Die Geschichte des Peiner Walzwerkervereins

Mit Eifer und mit Freude gingen 22 Leute an die Arbeit und beriefen auf den Himmelfahrtstag 1878 die erste Versammlung in das Restaurant Tivoli ein. Dort wurde die Gründung des "Peiner Walzwerker Verein" beschlossen. Bald darauf wurde der Vorstand gewählt, der aus H. Ferber, B. Frohwein und W. Müller bestand. Die Mitglieder redeten sich mit Kamerad an.
Sogleich beschloss man, an dem Peiner Freischießen teilzunehmen. Man wollte mitfeiern und als geschlossene Korporation in blauem Kittel, schwarzem Beinkleid und schwarzseidener Mütze mit dem Abzeichen Schlegel und Hammer auftreten. Auf dem Freischießen 1878 wurde der Peiner Walzwerker Verein zum ersten Mal begrüßt. Damals sprach im Walzwerkerzelt Direktor Mette die Worte: "Wir sind Männer von Eisen und Stahl und wollen zeigen, dass wir würdig sind, Feste zu feiern".
Auch wurde eine Fahne angeschafft, die aus dem Jahre 1862 stammte und von dem damaligen "Weißen Turnverein" käuflich erworben wurde.
1881 schoss der Verein zum ersten Male seinen König aus. Der erste Walzwerkerkönig war Werkmeister Gleitz.
Währen die Kriege nicht gewesen, hätte der Verein regelmäßig am Peiner Freischießen teilgenommen.
Selbst eine Theatergruppe und eine Sängergruppe hatte der Verein bis in die Nachkriegsjahre des 2. Weltkrieges betrieben.
Heute besteht der Verein aus drei Abteilungen, der Schießsportabteilung, dem Spielmannszug und der Turnabteilung mit ihren Sparten Handball, Tanzen, Wandern, Kinderturnen, Badminton, Damengymnastik und einer Seniorensportgruppe.
Waren früher hauptsächlich Mitarbeiter des damaligen Walzwerkes Mitglieder im Verein, so kann heute jeder Mitglied werden. Ein besonderes Augenmerk versucht man auf die Jugend zu richten: in fast jeder Abteilung oder Sparte kann man schon als junger Mensch Mitglied werden und das Vereinsleben kennen lernen. Denn ohne Jugend kann heute kein Verein überleben.
Obwohl bei den Mitgliedern der sportliche Wettkampf im Vordergrund steht, werden im Laufe des Jahres mehrere Veranstaltung angeboten, bei der die Geselligkeit im Vordergrund steht.

Kontakt

Hauptmann und 1. Vorsitzender     Adjutant und 1. Geschäftsführer
Hartmut Gaus Dirk Henze
Märklinstraße 5 Werderstraße
31226 Peine 31224 Peine
Telefon: 05171/53532 Telefon: 05171/733345
Dienstlich: 05171/919189
Mobil dienstlich: 0160/4712873

Abteilungsleiter Schießsport Abteilungsleiter Spielmannszug
Heinz Gehrke Oliver Kerzel
Vöhrumer Straße 47 Arnimstraße 20
31228 Peine 31224 Peine
Telefon: 05171/24834 Telefon: 05171/14466
E-Mail: okerzel@aol.com

Abteilungsleiter Turnabteilung Spartenleiter Wandern und Tanzsport
Detlef Marsch Klaus Wagner
Kolberger Straße 6e Schäferstraße 49
31226 Peine 31224 Peine
Telefon: 05171/56897 Telefon: 05171/3694

 

Geschichte des Peiner Freischießen

Da alle Urkunden bis zum Jahre 1590 durch drei große Brände in Peine vernichtet wurden, musste man große Teile der Geschichte in Archiven der Städte Braunschweig, Hannover und Hildesheim nachrecherchieren.

Um 1200 erbte Gunzelin von Wolfenbüttel Burg und Grafschaft Peine. Er baute diesen festen Platz - die Burg Peine - weiter aus. In ihren Mauern entstand nun eine weitere Ansiedlung, die heutige Stadt Peine, und Gunzelin verlieh ihr Stadt-, Markt- und Münzrechte.
Die wirtschaftlich aufsteigende Stadt Peine lag im Verkehrsknotenpunkt Nord-Süd und Ost-West. Ihr Besitz war sehr begehrt. Sowohl die Welfen von Braunschweig und die Bischöfe von Hildesheim als auch Gunzelin von Wolfenbüttel versuchten, Burg und Grafschaft Peine in ihren Besitz zu bringen.
Durch diese unklaren Besitzverhältnisse entstanden endlose Fehden zwischen den Welfen, den Bischöfen von Hildesheim und anderen Fürsten.
Durch diese kriegerischen Handlungen litt die aufblühende Stadt große Not. Sie wurde immer wieder von fremden Truppen besetzt. Die Burg selbst hielt den vielen Anstürmen stand, denn sie hatte ja ständig eine feste Besatzung, während der Stadt Peine keine Söldner zur Verteidigung zur Verfügung standen.
Aus dieser Notlage heraus traten etwa um 1300 erstmalig die Bürger der Stadt zusammen, um eine Schützenbruderschaft zu gründen. Ihre Aufgabe sollte es sein, bei Notständen auf freiwilliger Grundlage zusammenzukommen und auf Anweisung des Rates der Stadt Angriffe von außen abzuwehren. Daneben sollten sie gegen innere Unruhen und Feuersbrünste einschreiten.
Wir wenden uns jetzt der Durchführung des "Freischießens" zu:
Zunächst wurde mit der Armbrust und mit Pfeil und Bogen auf Ziele wie Scheiben und nachgebildete Tiere, besonders aber auf einen Vogel auf einer Stange geschossen.
Zum Anreiz wurden Preise der verschiedensten Art ausgesetzt. Im Laufe der Zeit wurde der beste Mann dann "König" genannt. Er erhielt als Zeichen seiner Würde eine Halskette und als Geschenk einen Zinnbecher, zuweilen auch Geld. Mit der Erfindung des Schießpulvers und der Einführung der Handfeuerwaffen ging man bei den Pflichtübungen der Bürger allmählich auf diese Waffenart über. Von nun an wurde vorwiegend auf Holzscheiben geschossen.
Die Durchführung des Freischießens hat im Laufe der Zeit manche Wandlungen erfahren. Aus der Verpflichtung des Bürgers und seiner freiwilligen Teilnahme an jährlichen Schießübungen entstanden über die Landknechts- und Söldnerheere die verschiedensten Wehrpflichtsysteme.
Das Stadtgebiet wurde nach Straßen und Häuserblocks in Bezirke eingeteilt und die Bürger in Gruppen, die später Korporalschaften genannt wurden, zusammengefasst. Der Führer einer solchen Gruppe hatte für die Instandhaltung der Waffen und der Feuergeräte zu sorgen. Bei bestimmten Anlässen wurden die wehrhaften Bürger durch den Trommelboes oder durch Kanonenschüsse zu ihren Sammelplätzen gerufen.

Traditionsgemäß wird bis zum heutigen Tage das Peiner Freischießen am ersten Sonntag im Juli gefeiert. 14 Tage vor Beginn des Festes macht der Trommelboes montags und donnerstags seine Runden durch die Stadt. Am Sonnabend vor dem Fest, dem so genannten "Heiligen Abend", marschieren die Musikkorps der einzelnen Korporationen (es gibt sieben) ab 12.00 Uhr durch die Straßen der Stadt, um den Königen des Vorjahres und den Honoratioren der Stadt ihre Ständchen zu bringen. Der Bürgerkönig wird von den drei Bürgerkoporationen Schützen, Jäger (Bürger-Jäger) und Neue Bürger gemeinsam ausgeschossen. An diesem Schießen auf die Scheibe des Bürgerkönigs kann auch jeder Bürger der Stadt teilnehmen, ohne einer Korporation anzugehören. Allerdings kann er die Würde des Bürgerkönigs nur dann erringen, wenn er an den beiden Hauptauszügen am Sonntag und Montag teilgenommen hat. Alle anderen Korporationen haben jeweils ihren eigenen König.

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